Einen Trauerredner persönlich anzufragen, ist eine bewusste Entscheidung. Denn bei…

Trauerfeier im Fußballstadion: Ein Mensch, zwei Trauerreden
Eine Trauerfeier im Fußballstadion und ein Abschied im engsten Familienkreis: Für denselben jungen Mann durfte ich an zwei Tagen zwei vollkommen verschiedene Trauerreden halten.
Im Mittelpunkt einer Trauerrede steht ein Mensch: sein Leben, seine Eigenheiten und das, was von ihm in der Erinnerung anderer bleibt. Doch der Rahmen entscheidet mit, welche Worte an diesem Tag tragen. Wo findet der Abschied statt? Wer sitzt vor mir? Bleibt die Trauerfeier im geschützten Kreis oder ist sie öffentlich?
Vor Kurzem durfte ich für denselben jungen Mann zwei Trauerreden halten. Keine war eine Variante der anderen. Jede musste neu gedacht und erzählt werden, denn beide Trauerfeiern hatten eine andere Aufgabe.
Zuerst nahm die Familie in der Kirche Dobraschütz Abschied. Einen Tag später kamen im Stadion des ZFC Meuselwitz Angehörige, Freunde und viele Menschen aus dem Fußball zusammen. Der junge Hansa-Fan war nach einem Unfall bei einem Auswärtsspiel gestorben. Sein Tod hatte weit über die Familie hinaus große Bestürzung ausgelöst. So entstanden zwei Abschiede für zwei verschiedene Kreise – und zwei Reden über denselben Menschen.
Die erste Rede gehörte der Familie

Die Kirche Dobraschütz bot am ersten Tag den geschützten Rahmen, den die Familie brauchte. Vor dem Altar standen die Urne, Blumen, Kerzen und Dinge, die etwas über ihn erzählten. Nichts daran wirkte beliebig zusammengestellt. Schon die Dekoration machte deutlich, dass an diesem Tag nicht irgendein junger Mann verabschiedet wurde.
Für diese Rede hatte mir die Familie viel anvertraut: seinen Weg, seine Eigenheiten und auch seine Brüche. Ein Lebenslauf hätte davon kaum etwas erzählt. Es ging um den Sohn, Bruder und Partner, den nur die engsten Menschen auf diese Weise kannten.
Manches davon gehörte nur in diesen Raum. Nicht, weil es verborgen werden musste, sondern weil Nähe auch Schutz braucht. Eine Trauerrede darf persönlich sein, ohne Privates öffentlich zu machen.
Am nächsten Tag: Trauerfeier im Fußballstadion
Am folgenden Tag stand mein Rednerpult auf dem Rasen der bluechip-Arena. Gegenüber saßen die Trauergäste auf der Tribüne. Trikot, Schals, Fußballschuhe und ein Ball lagen vor mir. Das Stadion des ZFC Meuselwitz war keine effektvolle Kulisse. Es war ein Ort, der zu seinem Leben gehörte.
Ein Stadion verlangt einem Redner etwas anderes ab als eine Kirche. Der Abstand zur Tribüne ist größer, die Stimme steht freier im Raum. Doch dort saß keine anonyme Menge. Dort saßen Menschen mit eigenen Erinnerungen. Die zweite Rede musste ihnen den Menschen zeigen, den sie erlebt hatten, ohne die Familie in dieser öffentlichen Feier an den Rand zu drängen.
Auch seine Freundin trat ans Mikrofon. Ihr persönlicher Redebeitrag war von einer Nähe getragen, die keiner Erklärung bedurfte.
Auch Lachen durfte zu diesem Abschied gehören
An diesem Nachmittag wurde geweint und auch gelacht. Humor in der Trauerrede nimmt dem Abschied nichts von seiner Schwere. Das Lachen entstand dort, wo eine Erinnerung den Verstorbenen für einen Moment wieder in die Mitte holte. Wer einen lebensnahen Menschen plötzlich nur noch feierlich beschreibt, nimmt ihm etwas.
Nicht jede Familie braucht zwei Trauerfeiern. Hier war die Trennung stimmig: Die Angehörigen bekamen zunächst einen geschützten Abschied. Freunde, Wegbegleiter und die Fußballgemeinschaft konnten einen Tag später gemeinsam gedenken. Entscheidend war dabei nicht die Zahl der Gäste, sondern ihre Beziehung zu dem Verstorbenen.
Sie überlegen, ob ein privater Abschied und eine öffentliche Gedenkfeier miteinander verbunden werden können?
Im Trauergespräch klären wir, welche Erinnerungen in welchen Kreis gehören und ob zwei eigenständige Reden sinnvoll sind. Über die Kontaktseite von CR Trauerredner können Sie ein Gespräch anfragen.
Die Begleitung durch Roßmann Bestattungen
Betreut wurden beide Trauerfeiern von Roßmann Bestattungen in Weida. Kirche und Fußballstadion stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an Vorbereitung und Ablauf. Ich danke Marcel Roßmann und seinem Team für die verlässliche Zusammenarbeit.
Stimmen zu den beiden Trauerfeiern
„Die Worte waren voller Wärme und Wertschätzung und genau auf den Menschen abgestimmt, von dem wir Abschied nehmen mussten. Bei der Gedenkfeier ist es gelungen, nicht nur die Familie, sondern auch Freunde, Bekannte und Wegbegleiter einzubeziehen.“
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„Du hast dir die Arbeit gemacht, zwei verschiedene Reden zu schreiben: eine für unsere Trauerfeier im engsten Familienkreis und eine für die große Gedenkfeier im Stadion. Beide Reden waren sehr emotional und liebevoll geschrieben und vorgetragen.“
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Danke für das Vertrauen
Der Familie danke ich für das große Vertrauen. Sie hat mir Erinnerungen an einen geliebten Menschen und die Verantwortung für zwei sehr unterschiedliche Abschiede übertragen.
In Dobraschütz war ich der Familie sehr nah. In Meuselwitz stand ich auf dem Rasen und blickte zu einer ganzen Tribüne hinauf. Beide Male sprach ich über denselben Menschen. Doch jede Rede folgte den Menschen, die an diesem Ort von ihm Abschied nahmen.
Sie wünschen sich eine persönliche Trauerrede an einem Ort, der zum Leben des Verstorbenen passt?








