Ein Trauergespräch per Telefon oder Video braucht ebenso Zeit wie…

Beisetzung im Wald: Wie eine persönliche Trauerfeier im Bestattungswald aussehen kann
Eine Beisetzung im Wald ist für viele Menschen längst eine echte Alternative zum klassischen Friedhof geworden.
Ich kann gut verstehen, warum.
Familien leben heute oft weit auseinander. Kinder wohnen in einer anderen Stadt, manchmal sogar in einem anderen Land. Dann stellt sich irgendwann auch die Frage: Wer kümmert sich später regelmäßig um ein Grab?
Bei einer Waldbestattung fällt diese Grabpflege weg.
Der Wald übernimmt das.
Das allein wäre für mich allerdings noch kein Grund, mich für diese Form zu entscheiden. Viel wichtiger finde ich die Frage: Passt dieser Ort zu dem Menschen, von dem wir Abschied nehmen?
Was bedeutet eine Beisetzung im Wald?
Bei einer Waldbestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer geeigneten Urne an einem Baum oder einem dafür vorgesehenen Platz im Bestattungswald beigesetzt.
Wie die Beisetzung genau abläuft, unterscheidet sich je nach Anbieter und Standort. Darum würde ich Angehörigen immer empfehlen, sich die Regeln des gewählten Waldes vorher genau erklären zu lassen. Manches, was in einem Bestattungswald möglich ist, kann an einem anderen Ort anders geregelt sein.
Die Grundidee bleibt aber ähnlich: Der Wald wird zum Grabort.
Warum entscheiden sich Menschen für eine Waldbestattung?
Ein wichtiger Grund ist sicherlich die fehlende Grabpflege. Niemand muss später Blumen gießen, Laub entfernen oder überlegen, wer sich um das Grab kümmert.
Viele mögen auch den Gedanken, dass dieser Ort sich mit den Jahreszeiten verändert. Im Frühjahr sieht er anders aus als im Herbst. Das kann sehr schön sein.
Trotzdem würde ich nicht sagen, dass eine Waldbestattung grundsätzlich schöner oder würdevoller ist als eine Beisetzung auf einem Friedhof. Sie muss zum Verstorbenen passen. Jemand, der mit Wald und Natur nie etwas anfangen konnte, würde sich dort vielleicht überhaupt nicht wiederfinden.
Wie läuft eine Trauerfeier im Wald ab?
Auch eine Beisetzung im Wald kann eine persönliche Trauerfeier haben. Je nach Standort gibt es einen Andachtsplatz oder einen anderen vorgesehenen Treffpunkt. Dort kann gesprochen werden. Musik kann dazugehören.
Später geht die Trauergemeinschaft gemeinsam zum Baum oder zum Grabplatz. Manche Familien möchten die Urne selbst tragen. Wenn die örtlichen Bedingungen und der Bestatter das ermöglichen, kann auch das zu einem sehr persönlichen Moment werden.
Wie viel Zeit zur Verfügung steht, sollte immer beim konkreten Bestattungswald oder Bestatter erfragt werden.
Eine Trauerfeier im Wald darf persönlich sein
Waldbestattung bedeutet für mich nicht, dass der Abschied unpersönlich werden muss. Gerade hier kann eine Rede sehr gut funktionieren.
Ich möchte vorher wissen, wie dieser Mensch gewesen ist. Was hat ihn ausgemacht? Was wird die Familie vermissen? Welche Geschichten gehören zu ihm?
Dafür gibt es bei mir vorher ein ausführliches Trauergespräch mit den Angehörigen.
Die Rede muss sich auch im Wald nicht nur um Tod und Trauer drehen. Sie darf von einem gelebten Leben erzählen. Warum ich deshalb lieber von einer Lebensrede statt Trauerrede spreche, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben.
Musik im Bestattungswald
Musik kann auch im Wald dazugehören. Manchmal wird sie über einen kleinen Lautsprecher gespielt. An anderen Orten oder bei anderen Familien passt ein Instrument oder ein gemeinsames Lied besser.
Mich interessiert dabei nicht zuerst, welches Lied besonders traurig klingt. Wichtiger ist: Welche Musik gehörte zu diesem Menschen?
Mehr dazu habe ich im Beitrag Musik in der Trauerfeier: Was passt zu diesem Menschen? geschrieben.
Kann eine freie Waldbestattung christlich sein?
Ja.
Eine freie Trauerfeier muss nicht religionsfrei sein. Ich selbst bin gläubiger Christ. Wenn der Glaube zum Verstorbenen und zu seiner Familie gehört hat, dürfen christliche Gedanken auch bei einer freien Trauerfeier im Wald ihren Platz bekommen.
Nur weil kein Pfarrer spricht, muss Gott nicht ausgeschlossen werden. Einen kirchlichen Segen kann und darf ich als freier Trauerredner nicht geben. Ein Vaterunser am Baumgrab kann trotzdem dazugehören.
Für Menschen, die fest in ihrer Kirche verwurzelt gewesen sind, kann eine kirchliche Begleitung natürlich ebenfalls genau richtig sein. Mehr dazu steht im Beitrag Kirchliche oder freie Trauerfeier – wo liegt der Unterschied?.
Darf ein Angehöriger die Urne tragen?
Das kann möglich sein. Ich habe Trauerfeiern erlebt, bei denen Angehörige die Urne auf dem letzten Weg selbst getragen haben. Für manche Familien ist das ein wichtiger Moment.
Ob es am konkreten Ort möglich ist, muss vorher mit dem Bestatter beziehungsweise dem Betreiber des Bestattungswaldes abgestimmt werden. Wie ein persönlicher Abschied direkt an der Grabstelle aussehen kann, beschreibe ich auch im Beitrag Trauerfeier am Grab.
Was ist mit Blumen und Grabschmuck?
Hier sollte genau zwischen der Trauerfeier und dauerhaftem Grabschmuck unterschieden werden. In vielen Bestattungswäldern soll das Grab langfristig möglichst naturbelassen bleiben.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass bei jeder Trauerfeier keinerlei Blumen möglich sind. Je nach Anbieter können einzelne natürliche Blumen, Blüten oder eine zeitweise Dekoration während der Zeremonie erlaubt sein. Die konkreten Regeln des jeweiligen Bestattungswaldes sind entscheidend.
Wetter und Kleidung – daran sollte man denken
Eine Trauerfeier im Wald bleibt eine Feier im Freien. Das merkt man spätestens, wenn es regnet, sehr kalt ist oder der Weg zum Grab durch nasses Laub führt.
Festes Schuhwerk ist deshalb sinnvoll. Bei schlechtem Wetter gehört passende Kleidung ebenfalls dazu.
Als Redner muss ich auf solche Bedingungen reagieren. Wenn im Januar Menschen frierend vor mir stehen, halte ich nicht stur an einer Rede fest, die für eine halbe Stunde geplant gewesen ist. Dann muss ich kürzen können. Der Verstorbene soll trotzdem die Worte bekommen, die zu ihm passen.
Welche Bestattungswälder begleitet CR Trauerredner?
Welche Bestattungswälder und Waldfriedhöfe wir mit CR Trauerredner in unserer Region begleiten und wie wir dort arbeiten, habe ich in einem eigenen Beitrag zusammengestellt: Waldbestattung – CR Trauerredner gibt einen würdigen Rahmen.
Häufige Fragen zur Beisetzung im Wald
Bei einer Waldbestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer dafür vorgesehenen Urne in einem Bestattungswald beigesetzt. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Standort und Anbieter.
Ja. Eine Waldbestattung kann mit einer persönlichen Trauerfeier, einer Rede und Musik verbunden werden. Welche Möglichkeiten bestehen, sollte beim jeweiligen Bestattungswald und Bestatter geklärt werden.
Ja. Freie Trauerredner begleiten auch Beisetzungen im Wald, sofern dies am jeweiligen Standort möglich ist.
Ja. Eine freie Trauerfeier kann auch christliche Gedanken enthalten. Bei meiner Begleitung kann beispielsweise ein Vaterunser am Baumgrab dazugehören. Einen kirchlichen Segen kann ich als freier Trauerredner nicht geben.
Das hängt vom jeweiligen Bestattungswald ab. Dauerhafter Grabschmuck ist häufig nicht vorgesehen. Natürliche Blumen oder eine zeitweise Dekoration während der Trauerfeier können je nach Anbieter möglich sein.
Das kann möglich sein. Bitte vorher mit Bestatter und Betreiber des Bestattungswaldes abstimmen.
Eine Waldbestattung findet im Freien statt. Festes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung sind deshalb empfehlenswert.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten hängen unter anderem vom Bestattungswald, der Grabstelle, dem Bestatter und der Gestaltung der Trauerfeier ab.
Worte verbinden – im Abschied, im Neubeginn, im Leben.
